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Chronik der Theaterfreunde Kesseltal





Vorgeschichte


Das Theaterspiel kann im Kesseltal auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit 1910 wurde nachweislich beim Feuerwehrverein in Unterbissingen gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte das Laientheaterspiel im Kesseltal richtig auf. Zahlreichen Vereinen diente es zur Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit. Daneben sollte aber stets auch die Vereinskasse etwas aufgebessert werden.


Gegen Ende der sechziger Jahre gaben jedoch bis auf die Katholische Landjugend Bissingen sämtliche Vereine im Unteren Kesseltal den Spielbetrieb auf. Nicht nur der zunehmende Wohlstand, der den Fernseher in fast alle Wohnzimmer brachte, sondern auch die Auflösung des Saales in Unterbissingen und die Entfernung zu der fest eingebauten Bühne im Bräusaal in Bissingen waren Gründe dafür, nur mehr hier zu spielen. Dank ihres engagierten Spielleiters Manfred Herreiner, der aus einer alten, theaterbegeisterten Unterbissinger Familie stammt, wurde das Theaterspiel von der Bissinger Landjugend weitergepflegt. Aus zunächst einer alljährlichen Kinder- und einer Abendvorstellung am Palmsonntag wurden im Laufe der Zeit jährlich fünf Vorstellungen mit rund 1000 Besuchern aus nah und fern.




Die Gründung der Theaterfreunde


Im Jahre 1990 begründete Manfred Herreiner zusammen mit einer Gruppe von Theaterbegeisterten einen eigenen Theaterverein, die Theaterfreunde Kesseltal. 29 Personen, darunter Bissingens Erster Bürgermeister Michael Holzinger und Altbürgermeister Anton Schmid, waren bei der Gründungsversammlung im Gasthaus "Krone" in Bissingen anwesend und hoben den Verein aus der Taufe. In die Vorstandschaft gewählt wurden am 18. November 1990 als Erster Vorsitzender Manfred Herreiner, als Zweiter Vorsitzender Johann Reichensperger, als Schriftführerin Ingrid Huber und als Kassier Georg Hirner. Das Amt des Spielleiters übernahm ebenfalls Manfred Herreiner, das des Bühnenmeisters Andreas Gnugesser und als Souffleuse stellte sich Angelika Ebermeyer zur Verfügung.




Theaterspiel und vieles mehr - die Aktivitäten der TFK


Das alljährliche Theaterspiel in der Fastenzeit stand natürlich im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten. 1991 wurde das Stück "Der Goisbock" bei vier Abendvorstellungen, einer Kinder- sowie einer Seniorenvorstellung im Bissinger Bräusaal aufgeführt. Die Zahl der Aufführungen wuchs in den Folgejahren weiter an. "Zwoi harte Nüss" sahen im Frühjahr 2004 bei insgesamt zehn Aufführungsterminen - übrigens erstmals im Saal des Gasthauses "Krone" und nicht mehr in der "Bräu" in Bissingen - annähernd 2000 Besucherinnen und Besucher aus ganz Nordschwaben. Einmalig in der Umgebung sind dabei die beiden Seniorenvorstellungen an zwei Samstagnachmittagen, die von mehr als 300 Senioren aus den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries besucht werden. Ebenso prägend für die Kesseltaler Theatertage sind die A-Capella-Gesangsauftritte der "Graureiher", die jeden Akt der Vorstellungen in unnachahmlicher Weise einleiten.


Neben diesen Theatervorstellungen, denen im Übrigen stets mehrmonatige Proben vorausgehen, beinhaltet das Jahresprogramm der Theaterfreunde Kesseltal eine Reihe weiterer Aktivitäten. Der Faschingsball mit zahlreichen humorvollen Einlagen gehört ebenso dazu wie ein ein- oder mehrtägiger Vereinsausflug, Wanderungen, die Mitgestaltung von Geburtstags- und Hochzeitsfeiern von Mitgliedern und natürlich auch die Beteiligung an Festen und Jubiläumsfeiern befreundeter Vereine, wenn gewünscht, auch mit eigenem Festwagen. Einige "Brettl-Abende" mit Theateraufführung, Blasmusik, Modenschau und Kindertheater fanden statt. Im Frühjahr des Jahres 1994 wurde eine Kinder- und Jugendtheatergruppe ins Leben gerufen, die den Theaterverein für die Zukunft sichern sollte. Unter der Leitung von Karin Gnugesser, Maria Seiler und Ingrid Köhnlein treten die Nachwuchsakteure stets im Sommer in Unterbissingen mit einem Stück vor das Publikum. Zeltlager und Grillabende finden regen Anklang bei der Theaterjugend.




Die Theaterfreunde in Gegenwart und Zukunft


Aus gesundheitlichen Gründen trat Vorsitzender Manfred Herreiner, der "Motor" des Vereins, im Jahre 2003 von seinen Ämtern als Vorstand und Spielleiter zurück. Vom Verein, von der Marktgemeinde Bissingen und vom Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Wirken ausgezeichnet, wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Theaterfreunde ernannt. In die neue Vorstandschaft gewählt wurden als Erster Vorsitzender Georg Hirner, als Stellvertretende Vorsitzende Ingrid Eggenmüller, als Schriftführerin Anja Bartschat, als Kassiererin Rosi Schreitmüller. Neuer Spielleiter wurde Konrad Seiler, Bühnenmeister blieb Andreas Gnugesser und das Amt der Souffleuse übernahm Adelheid Huber von Renate Herreiner. Josef Oberfrank ist als Bühnenmaler tätig, Anton Mayer als Bühnentechniker. Michael Seiler und Hubert Gems wirken als Kassenprüfer, Karin Gnugesser, Irmgard Mayer, Ingrid Köhnlein und Maria Seiler als Beistzerinnen. Als Fahnenabordnung berufen wurden Manfred Rauh, Elfriede Schiele und Regina Schäferling. Die Öffentlichkeitsarbeit übernahm Helmut Herreiner.


Nach diesem Generationswechsel an der Spitze und einer breiten Basis mit einer Vielzahl von jüngeren und älteren Theaterspielerinnen und -spielern sind die Theaterfreunde Kesseltal für die Zukunft gerüstet. Der seit seinem zehnjährigen Gründungsfest im Jahre 2000 mit einer eigenen Vereinsfahne geschmückte Verein zählt inzwischen 320 Mitglieder und ist damit der zahlenmäßig zweitgrößte Verein in der Marktgemeinde Bissingen.


An der Generalversammlung am 01. November 2004 wurde Manfred Rauh für Ingrid Eggenmüller zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Das Amt der Souffleuse übernahm Anja Bartschat.


Nachdem Konrad Seiler als Spielleiter im Herbst 2006 zurückgetreten ist, erklärten sich Karin Gnugesser und Maria Seiler bereit, dieses Amt gemeinsam zu übernehmen.